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Damit der Spagat gelingt: Länderübergreifende Kooperation mit Universität Mainz und adh besiegelt

Viele Spitzensportler befinden sich parallel zu ihrer sportlichen Laufbahn in einer Ausbildung oder studieren. Die Erwartungen von Hochschule und Sportverbänden gleichzeitig zu erfüllen, ist aufgrund der Doppelbelastung nicht immer einfach. Damit sich dies ändert, haben die Johannes Gutenberg-Universität (JGU) Mainz, der allgemeine Deutsche Hochschulsportverband (adh), die Olympiastützpunkte (OSP) Rheinland-Pfalz/Saarland und Hessen, die Landessportbünde Rheinland-Pfalz und Hessen sowie das Studierendenwerk nun eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Darin sichert die Universität zu, Bundeskaderathleten bei ihrer Studienplanung zu unterstützen.

Kooperation besiegelt: Die Partner bei der Vertragsunterzeichnung mit Steffen Oberst vom OSP Rheinland-Pfalz/Saarland (Zweiter von links). Foto/©: Peter Pulkowski, JGU

Kooperation besiegelt: Die Partner bei der Vertragsunterzeichnung an der Uni Mainz. Mit dabei war Steffen Oberst vom OSP Rheinland-Pfalz/Saarland (Zweiter von links). Foto/©: Peter Pulkowski, JGU

Was bietet diese Kooperation?
Konkret zielt die Vereinbarung darauf ab, Studienanforderungen besser mit Trainings- und Wettkampfzeiten koordinieren zu können. Erreicht werden soll dies etwa durch gelockerte Anwesenheitspflichten, flexiblere Prüfungstermine oder Abgabedaten für Hausarbeiten. Auch eine studienfachspezifische Förderung im Einzelfall ist möglich. Als „Partnerhochschule des Spitzensports“ hat die JGU einen Beauftragten für Leistungssport ernannt und schafft damit die notwendigen Voraussetzungen, dass die studierenden Spitzensportlerinnen und Spitzensportler individuell beraten werden.
Warum ist gerade die JGU Mainz als Partner so wichtig?
Der rheinland-pfälzische Spitzensport ist eher dezentral organisiert. Im Raum Mainz betreuen beide Olympiastützpunkte insbesondere Bundeskaderathleten/innen in den Schwerpunktsportarten Hockey, Leichtathletik, Rudern und Schwimmen. Aus der Erfahrung der OSP-Laufbahnberater erwerben mindestens drei von vier Nachwuchssportlern eine Hochschulzugangsberechtigung, weswegen ein Studium an der Partneruniversität in Mainz besonders interessante Möglichkeiten zur Umsetzung ihrer Dualen Karriere bietet.
Wer profitiert von der Vereinbarung?
In erster Linie direkt die Sportler. Dazu einige Beispiele: Der 30-Jährige Ruderer Jonathan Koch (Frankfurt) studiert neben dem Hochleistungssport auch noch Sportwissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Zuvor hatte er in Darmstadt studiert. Bisher war es für ihn nicht einfach, wenn er mitten in der Vorbereitung auf einen wichtigen Wettkampf steckte und gleichzeitig noch Lernen oder Seminararbeiten schreiben musste. Koch wie auch andere Sportler stoßen dann an Grenzen. Solch extreme Phasen der Doppelbelastung könnten sich durch die Kooperation beispielsweise vermeiden lassen. In diesem Zusammenhang spielen auch die Laufbahnberater der OSP aus Rheinland-Pfalz und Hessen eine große Rolle, die den Athleten viel organisatorische Arbeit abnehmen und dafür sorgen, dass der Spagat zwischen Sport und Studium tatsächlich gelingen kann. Auch die Ruderin Karolina Farr vom Mainzer Ruderverein profitiert von der Kooperation, da sie im Anschluss an ihren Bachelor in Psychologie an der JGU Mainz mit einem Master-Studium treu bleiben möchte. Ein langes und aufwändiges Studium hat Leichtathletin Celina Leffler. Die 19-Jährige Medizinstudentin und U18-Weltmeisterin hat eine Regelstudienzeit von 12 Semestern zu absolvieren und freut sich über jede Unterstützung, die hilft, Studium und Sport unter einen Hut zu bringen.

(Text: OSP Hessen/J. Brückmann/OSP Rheinland-Pfalz/Saarland)

Stimmen zur Kooperation:

Steffen Oberst (Leiter Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz/Saarland):
„Wir haben diese Partnerschaft schon länger angestrebt und sind froh, dass sie nun besiegelt werden konnte. Die Universität in Mainz ist für unseren OSP ein attraktiver Partner und bietet unseren Athleten vielseitige Studienmöglichkeiten, die für Rheinland-Pfalz einmalig sind. Das wissen unsere Kaderathleten zu schätzen.“
Nina Reermann, Frank Grimm (Laufbahnberater OSP Rheinland-Pfalz/Saarland)
„Spitzensportler streben ihren Karrierehöhepunkten häufig in den Lebensjahren von 20 bis 25 entgegen. Genau in diese Zeit fallen oft auch Belastungsspitzen im Studium. Es ist gut, mit der Uni Mainz einen Partner zu haben, der Verständnis für die Doppelbeanspruchung aufbringt und den Kaderathleten Unterstützung in entscheidenden Phasen zusagt.“
Prof. Dr. Georg Krausch (Universitätspräsident JGU Mainz):
„Derzeit gehören bis zu 20 Studierenden einem Bundeskader an. Egal aus welchem Fachbereich sie kommen, wir wollen sie mit allen Kräften dabei unterstützen, ihre akademische Ausbildung trotz hoher zeitlicher Belastungen durch den Spitzensport erfolgreich zu absolvieren.“
Dr. Sven Baumgarten (DOSB)
„Solche Kooperationen sind eine wichtige Basis für das Gelingen einer Dualen Karriere.“
Dr. Rolf Müller (lsb Präsident Hessen):
„Werden Kooperationen länderübergreifend getroffen, könnten bestmögliche Bedingungen für Bundeskaderathleten geschaffen werden und zwar unabhängig davon, für welchen Studienort sie sich entscheiden“.

11.02.2016 |
 

 
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