Biomechanische Diagnostik am Olympiastützpunkt

Was ist eigentlich biomechanische Diagnostik?

Die biomechanische Diagnostik des Sports (z.B. des Gesundheitssports, des Freizeit- und Breitensports und des (Hoch)-Leistungssports) untersucht/analysiert die sportmotorische, alltägliche Bewegung des Menschen und die mechanischen Bedingungen dieser Bewegungen. Dabei werden die Eigenschaften einer Bewegung und des sich bewegenden Körpers gemessen, zahlenmäßig beschrieben und miteinander verglichen, sowie Unterschiede und Zusammenhänge ermittelt. Die Ergebnisse können dann für die Optimierung des Trainings verwendet werden.

Die biomechanische Diagnostik am OSP wird in die drei nachfolgenden Bereiche nach Ballreich/Baumann (1996) untergliedert:

1 Leistungsbiomechanik

1.1 Technikanalyse (Analyse des technomotorischen Leistungszustandes)

  • Identifikation (Erkennung/Bestimmung) von biomechanischen Einflußgrößen des technomotorischen Leistungszustandes bzw. der sportmotorischen Technik. Bemerkung: in vielen Fällen wird "Technikanalyse" gleichbedeutend mit "Biomechanische Bewegungsanalyse" verwendet
  • Schätzung der Einflußgrößen von biomechanischen Einzelgrößen auf Zielgrößen sportmotorischer Technik bzw. auf die sportmotorische Leistungshöhe
  • Individualdiagnose des technomotorischen Leistungszustandes in bezug auf bewegungstechnische Defizite

1.2 Techniksteuerung (Ansteuerung des technomotorischen Leistungszustandes)

  • Änderung des technomotorischen Leistungszustandes bzw. der sportmotorischen Leistung in Richtung eines anzusteuernden Sollwertes (Reduktion der technomotorischen Ist-Sollwert-Differenz)
  • Reduktion der technomotorischen Ansteuerungsdauer
  • Biomechanisch gestützte Entwicklung einer Technomotorik der Lernschritte

1.3 Technikoptimierung

  • Analyse konkurrierender sportmotorischer Techniken auf Effektivität, um festzustellen, welche dieser Techniken einen höheren Grad der
  • Ansteuerung von Bewegungszielen im Sport (Zeitminimierung, Distanzminimierung, Treffermaximierung, Fehlerminimierung... vgl. GÖHNER, 1979) aufweist
  • Entwicklung einer - gegenüber bereits verfügbaren - in höherem Maße zielangepaßten neuartigen sportmotorischen Technik.

1.4 Konditionsanalyse (Analyse des konditionellen Leistungszustandes)

  • Identifikation (Erkennung/Feststellung) von validen (diagnostisch eindeutigen) Leistungsindikatoren (Kenngrößen) und biomechanischen Einflussgrößen der konditionellen Komponente, motorische Kraft, motorische Schnelligkeit und Gelenkigkeit.
  • Schätzung der Einflußhöhe konditioneller Komponenten auf die sportmotorische Leistung
  • Individualdiagnose des konditionellen Leistungszustandes in bezug auf konditionelle Defizite
  • Bewegungsstrukturelle Affinität zwischen konditionellen Übungen und sportart (disziplin)-spezifischen Bewegungsabläufen
  • Ermüdungsresistente Technik: Steigerung der Bewegungsökonomie bei Ausdauerleistungen (Verhältnis von antriebshemmenden und -unterstützenden Kräften)
  • Kraftunterstützende Technik: Bewegungsübertragung (Impulsübertragung) bei Schnellkraft- und Kraftdisziplinen

1.5 Konditionssteuerung (Ansteuerung des konditionellen Leistungszustandes)

  • Änderung des konditionellen Leistungszustandes in Richtung eines anzusteuernden Sollwertes (Reduktion der konditionellen Ist-Sollwert-Differenz).
  • Reduktion der konditionellen Ansteuerungsdauer.
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2 Anthropometrische Biomechanik

2.1 Eignungsdiagnose (Diagnose der biomechanisch-anthropometrischen Eignung für sportartspezifische Anforderungen)

  • Identifikation (Erkennung/Bestimmung) von biomechanisch-anthropometrischen Einflußgrößen/Anforderungsgrößen der sportmotorischen Leistung
  • Erstellen von biomechanisch-anthropometrischen Anforderungsprofilen für sportartspezifische Leistungen

2.2 Leistungsprognose (Prognose der Entwicklung des individuellen sportartspezifischen Leistungszustandes)

  • Erstellen von biomechanisch orientierten prognostischen Modellen in bezug auf die zu erwartende Entwicklung des (individuellen) sportartspezifischen Leistungszustandes
  • Überprüfung der prognostischen Treffsicherheit der o. a. Modelle.
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3 Präventive Biomechanik

3.1 Belastungs-/Beanspruchungsanalyse (Analyse der mechanischen Belastung und Beanspruchung des Bewegungsapparates)

  • Identifikation (Erkennung/Feststellung) von mechanischen Faktoren der Belastung und Beanspruchung des passiven und aktiven Bewegungsapparates.
  • Analyse der Wirkung (Beanspruchung) von mechanischen Belastungsfaktoren auf den passiven und aktiven Bewegungsapparat.

3.2 Belastungsgestaltung (Abstimmung der mechanischen Beanspruchung auf die Belastbarkeit des Bewegungsapparates)

  • Abstimmung der mechanischen Beanspruchung (Druck-, Zug-, Biege-, Scher-, Verdrehbelastungen) auf die Belastbarkeit des passiven und aktiven Bewegungsapparates mit dem Ziel einer verletzungsvorbeugenden Belastungsgestaltung
  • Entwicklung von sportmotorischen Techniken und Sportgeräten/-böden sowie Sportbekleidung mit dem Ziel einer Minimierung von Sportverletzungen und Sportschäden.
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Messverfahren in der Biomechanik

Arbeitsergebnisse

Publikationen

Servicebereich Biomechanik

Biomechanik:

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Messverfahren
in der
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